Diese feministischen Übertreibungen…

Wenn ich für Feminismus bin dann setze ich mich gegen Genitalverstümmelung, gegen fürchterliche Arbeitsbedingungen in Sweatshops und Ehrenmorde ein und tu nicht so als wären unerwünschte Penisbilder via WhatsApp und „Mansplaining“ genauso schlimm, nur damit ich was eigenes zum Aufregen hab weil ich leider in der guten Position bin einen glossy Bloggerlifestyle zu leben der mich mit solchen Dingen nicht in Berührung bringt.

Wie mich solche Internetfeministinninnen (sic) aufregen ey. Und dann Männer mobben, die bisschen dicker oder schmuddelig aussehen. Das scheint der neue Feminismus zu sein. Rumheulen wegen Scheiße und Typen mobben. Gratulation. Ihr habt alles richtig gemacht.

 

 

Nicht.

Klodeckel rauf oder runter?

Ihr kennt mich. Ich bin praktisch veranlagt. Wenn der Klodeckel oben ist klappe ich ihn runter und der Lachs ist geschnitten…

Aber es gibt ja Tussis, die sich darüber aufregen dass ihre Typen zum pinkeln den Klodeckel zwar rauf- aber danach nicht wieder runterklappen. Ich kenn jetzt keine von denen persönlich aber man hört ja immer wieder um mehrere Ecken und in den Medien, dass das das Mega-Streitthema ist. (Boah geil, drei mal „das/ss“, bemerkenswert so vong den Satzbau her.)

Und weil ich mich immer so gut in Leute reinversetzen kann hab ich mir überlegt, dass das für Männer doch auch echt ätzend sein muss, immer den Klodeckel zum Pipimachen hochzuklappen (also falls die über so einen Scheiß mal nachdenken sollten) und ich bin dann zu dem Schluss gekommen, dass sowohl Frauen als auch Männer in ’nem gemeinsamen Haushalt aus Sitz- und Stehpinklern annähernd gleich oft den Klodeckel rauf oder runterklappen müssen, nämlich immer abwechselnd. Ok, wenn derjenige der bei Bezug als erstes aufs Klo geht der selbe ist wie der, der beim Auszug als letztes geht, dann ist derjenige welche in den Arsch gekniffen (haha) weil er einmal mehr klappen muss als der andere.

Und wenn das tatsächlich so gleich verteilt ist, sprich sie klappt runter, er klappt rauf, sie wieder runter usw. usf., warum regen die Tussis sich darüber auf? Also nicht nur so generell sondern auch in Anbetracht der Ratio…

Es geht ja nicht um die Toilettenhygiene und um besprenkelte Keramik, sondern um den Klobrillenklappvorgang. Und das wurde bisher immer von besagten Mädels mit „Aber das is total nervig wenn die Brille immer oben is!“ quittiert.

Angesichts dieser Problematik bin ich fast ein bisschen froh, das Problem empathischer Weise nicht nachfühlen zu können 😀

Was zum Fick…

Ja, drastische Clickbait-Überschrift, aber eigentlich ist das genau das, was ich zur Zeit denke.

Was zum Fick passiert da grade. Und ich meine mal ausnahmsweise nicht die politische Situation (ok, zugegebenermaßen meine ich sie doch, aber nur am Rande…) sondern so generell die menschliche, soziale Ebene.

Ich stecke mit meinem Kopf ja zur Zeit mehr in meinen SpecialEffects und Videoschnitten, etwas weniger in meinem Schmuck und mehr und mehr im Fitwerden. Soweit ist das ganze auch okay, aber irgendwas fehlt. Irgendwas an mir ist anders. Und wenn ich mir meinen Blog anschaue weiß ich auch direkt, was. Ich schreibe keine kritischen Artikel mehr.

Das hat mehrere Gründe:

  1. Keine Zeit.
  2. Keine Lust weil andere Sachen verlockender waren.
  3. Sozialkritische Artikel ziehen komische Leute an. Aluhütchenträger. Pauschalisierungstechniker. Hatte ich keinen Bock drauf.
  4. Lass mal ein bisschen glatter werden, weil, nicht dass du mit deiner Meinung und deinen Stilmitteln nachher potenzielle Kunden und Collab-Partner verschreckst.

Bei eins bis drei sind das noch Gründe die ich so unterschreiben kann, ohne mit den Zähnen zu knirschen. Bei vier muss ich sagen, dass sich das ganze eingeschlichen hat. Manchmal bekommt man Kommentare zu seiner Arbeit, die sind wirklich nett, ermutigend, freundlich, süß, witzig, und es macht krass viel Spaß mit Leuten zu netzwerken und bei Twitter, Twitch oder Facebook einfach blöden Scheiß zu schreiben und sich dabei sogar noch gegenseitig zu promoten. Und natürlich machen Kommentare keinen Spaß, die nur darauf abgestellt sind, einen anzupissen. Und da muss man drastisch „pissen“ sagen weil das das einzige Wort ist, das solche Vorgänge adäquat beschreibt und man sich damit direkt vorstellen kann, was da gesagt wird.

Was hätte die gute alte Ente gesagt, wenn jemand zu ihr sagt, dass das, was sie macht, der letzte Dreck ist?
„Fick dich du fickender Fick.“ / „Schreib’s doch auf einen Zettel, ich beschäftige mich später damit.“ / „Entschuldigung dass ich grade so gewirkt habe, als würde mich das interessieren.“

Was hat die Ente gesagt?
„Das ist natürlich schade, wenn dir das nicht gefällt.“

Gnarf. Und danach fühlt man sich zugegebenermaßen ein bisschen schlecht. Nicht, weil einen das trifft, dass irgendwer einem ein schlabberiges Kotlett an die Backe quatscht. Sondern weil man falsch gehandelt hat. Und solche Dinge sind mir jetzt ein paar mal passiert. Jemand sagt oder tut irgendwas, was mir echt hart auf die Eier geht und meine Reaktion darauf lässt für meine Maßstäbe zu wünschen übrig. Warum eigentlich?

Stress den man im Alltag nunmal so hat. Man will ja selbstständig werden, muss zu Behörden gehen, hat nervige Menschen in seinem Umfeld und liebe Menschen die in einem Land sitzen wo grade alles eskaliert, man muss dieses, jenes und auch wenn ich alle Gesundheitsthemen hier im Blog gelöscht habe weil ich keinen Bock darauf habe dass solche Dinge in meinem Blog stehen: ich komme seit 3 Monaten nicht dazu, zum Zahnarzt zu gehen. So ein Scheiß.

Professionelle Freundlichkeit. Ich möchte halbwegs zugänglich sein und wirken. Das heißt dass ich darauf achte, wie ich im Interwebz in Erscheinung trete und was ich da schreibe. Und man darf davon ausgehen, dass ich die Dinge, die ich schreibe, absichtlich so formuliere. Meistens zumindest. Und dadurch, dass ich bestimmte Themenkreise vermieden habe, habe ich einerseits weniger Stress gehabt, weil größere Textbeiträge auch immer ein bisschen Recherche brauchen. Und andererseits war das ganz gut, etwas glatter zu sein weil ich dann nicht so anecke. Also so krass angeeckt bin ich eh selten, aber ein bisschen weniger edgy zu sein ist definitiv stressfreier. Auch für die innere Haltung. Zumindest am Anfang. Man denkt sich so yaaay ich sage nix unbequemes, also kann mich ja im Umkehrschluss auch keiner mehr aufs Korn nehmen, woll? Klar. Stimmt nicht. Gerade solche, die wenig edgy sind und damit den Eindruck machen, als könnte man da mal bedenkenlos machen was man will, haben da gerne mal ein Problem mit dass sich Leute eingeladen fühlen, ihre Scheiße da abzuladen.

 

Aber.

Eigentlich ist das ein Teil meiner Persönlichkeit, meine Meinung auf eine bestimmte Art zu vertreten. So wie ich das hier vor 2-3 Jahren auch noch gemacht habe. Fakten aufzählen, Schlüsse ziehen und manchmal ein paar wenige Ferkelwörter einflechten. Und eigentlich² war das mein ganz persönliches Stilmittel, komplexere Zusammenhänge vermittels Jugendsprache, Über- und Untertreibungen halbwegs unterhaltsam zusammenzufassen. Und das hab ich echt vernachlässigt in letzter Zeit. Und das wiederum ist scheiße.

 

Zusammenhänge?

Den Grad der Professionalität bei sich selbst anzuziehen verleitet natürlich zu sowas. Und auch von allen Seiten mit einem falschem Verständnis von Political Correctness zugeballert zu werden trägt seinen Teil dazu bei. Aufpassen, was man sagen kann. Bloß keinem der 63 neuen Geschlechter auf den Fuß treten. Keine Meinung zu Flüchtlingen, Schwimmbadschließungen oder Massenphänomenen auf Social Media Plattformen äußern, solange man nicht weiß welche Meinung die Massentaugliche ist. Ne, sorry, darauf komme ich nicht klar, das frisst Teile meiner Existenz auf, wie so ein kleiner Pacman der whakkawhakka-machend Reihe für Reihe eliminiert.  Das kann’s ja wohl nicht sein.

 

Fazit:

Ich muss das ändern, bevor das noch mehr um sich greift. Daraus entsteht nichts gutes, wie man letzten Donnerstag bewundern konnte.