Saving Marina Joyce

Okay. Das ist ein bisschen spät aber ich wollte nicht direkt in diesen Haufen aus in Panik wimmelnder Körper springen, die alle ein englisches Mädchen retten wollten das von der ISIS dazu gezwungen wurde, Klamottenvideos bei Youtube zu drehen und Kinder um 6:30 Morgens zu einem Treffpunkt zu locken damit da ein Anschlag stattfinden konnte.

Warte mal, was?!

Da war also dieses Mädchen, knapp 18-19 Jahre alt, und sie hat bei YT so’n paar Beauty-Videos hochgeladen und süße Kleidchen im Rahmen von Kooperationen vorgeführt und alles war super, bis sie irgendwie vor einem halben Jahr ungefähr angefangen hat, komisch zu werden in ihren Videos. Sie wechselte von einer selbstbewussten Jugendlichen mit der man Spaß haben konnte zu einer unsicheren, wackeligen Puppe die regelmäßig entsetzt in oder hinter die Kamera schaute. Die Zuschauer fragten sich natürlich wtf – was ist da los? und da einem als Zuschauer nur ein Video als Information zugrunde liegt, schloss eine unheimlich große Menge an Menschen daraus, es gäbe eine Bedrohung hinter der Kamera. Warum sonst sollte die lebenslustige Marina auch so komisch schauen…

Und wie Leute nunmal so sind, fingen sie an, die Videos runterzuladen und zu analysieren. Irgendwann fanden sie in einem der neueren Videos ein Flüstern, „HELP ME!“ und schon war alles klar. Die Kacke ist am dampfen, das Mädchen ist entführt, vielleicht schon längst tot, auf jeden Fall aber in Gefahr und der Hashtag #savemarina /#savemarinajoyce war weltweit top trending auf Twitter.

Marina twitterte dann tatsächlich sehr merkwürdige Dinge, die Öl in das ganze Entführungsfeuer gossen, wie zum Beispiel eine Einladung zu einem Treffen an einer U-Bahnstation um 6:30 morgens. Und kurze Zeit später tauchte ein erschreckendes Video auf. Ob sie das selbst bei Twitter gepostet hatte kann ich nicht verifizieren, weil es nach kurzer Zeit wieder gelöscht wurde. Aber angeblich ist dort ihre Stimme zu hören, wie sie schluchzend und außer Atem flüstert, dass niemand zu dem Treffen kommen darf weil Menschen hinter ihr her seien und dass kein „Meet up“ (Treffen) sondern ein „Set up“ (gestellt) sei. Die Kamera filmte dabei in den dunklen Nacht/Morgenhimmel und die Bildqualität ist die einer Handykamera, die mit den Lichtverhältnissen überfordert ist. Man kann sich vorstellen, dass wenn sowas die Runde macht, die Leute ausflippen. Das ganze reichte von echter Besorgnis und Anrufen bei der Polizei bis hin zu Leuten, die Videos und Fotos manipulierten, um Clickbait auszulegen und auf dem Hype mitzureiten.

Der Youtube-Account von Marina Joyce wuchs in der akuten Zeit von ca. 600 000 Abonnenten auf 2 Millionen. Innerhalb von grob 24 Stunden nach dem „Help me“-Video war die 1 Millionen-Grenze geknackt. Und so langsam kamen Zweifel auf ob das nicht alles ein Publicity Stunt gewesen sein könnte.

„Help me“ war nicht das einzige, was in dem Video für Aufsehen sorgte. In einer Einstellung kann man sehen, dass die Oberarme des Mädchens mit blauen Flecken übersät waren. Blaue Flecken auf den Rückseiten der Oberarme, schlossen die Leute, passieren nicht einfach so. Blaue Flecken, Help me, angsterfüllte Blicke in die Kamera, eine zittriger Körper…

Die machtlosen Menschen in den Social Media Plattformen versuchten also herauszufinden, ob sie Marina helfen konnten.

„Setz dir eine Mütze auf wenn du in Gefahr bist!“, „Like diesen Tweet wenn du in Gefahr bist!“, „Kratz deinen Arm wenn du in Gefahr bist!“

„Like diesen Tweet wenn du in Gefahr bist!“ war so eine Sache, die die Eskalation nur weiter anheizte, weil Marina klickte tatsächlich auf „Like“.

Inzwischen kam dann auch die Polizei bei Marinas Elternhaus, in dem sie die ganze Zeit lebt, vorbei und bestätigte schließlich öffentlich, dass sie in Sicherheit sei. Verschiedene Streamer baten sie zum Interview und auch hier versicherte Marina, sie sei in Ordnung. Auffällig an den Streams war, dass sie auch hier diesen verwirrt-ängstlichen Blick hatte und ihr an einer Stelle plötzlich alles aus dem Gesicht zu fallen schien. Das kann man sich so vorstellen wie normale Mimik – jemand zeigt einem das Bild der enthaupteten Familie – zu Tode geschockte und versteinerte Mimik. Ja, so ungefähr sah das aus. Abgesehen von der Tatsache, dass da natürlich niemand enthauptet wurde und der Streamer ihr bloß harmlose Fragen stellte. Die blauen Flecken an den Oberarmen erklärte sie damit, dass sie im Wald hingefallen sei und natürlich glaubten das nur wenige. Wer fällt denn SO hin? Aber irgendwann wurde auch ein Streaming-Interview mit Mutter und Tochter veröffentlicht in dem auch das vermeintliche „Help me“ aus dem Video erklärt wurde. Die Mutter sagte, sie habe Marina eine Bewegung vorgemacht und „Like me“ gesagt und das habe ihre Tochter nicht richtig aus dem Video heraus editiert.

Es gab aber diese überwältigende Menge kleiner Hints in den Videos, dass etwas nicht stimmte. Manchmal war nur ihr kleiner Fingernagel lackiert und im Internet kursieren so „geheime Warnzeichen“, die man an sich selbst anbringen kann um anderen zu signalisieren, dass man unter häuslicher Gewalt leidet. Gleiches galt auch für zwei blaue Striche, die sie unter ihrem rechten Auge angebracht hatte. Wem also soll man glauben? Man verliert ja sogar schon den Überblick wenn man nur die Erklärungsvideos, die übrigens (monetarisiert) aus dem Boden schossen, anschaut. Angeblich hätte man auch das Geräusch einer klirrenden Kette hören können und das sei ja nun der Beweis dafür, dass Marina zuhause angekettet wird. Also abgesehen davon dass man auch so Zugbänder an der Hose haben kann in die kleine Bimmelglöckchen eingearbeitet sind (hab ich witzigerweise…) die genauso für so ein Geräusch verantwortlich sein konnten wie die Halskette die sie in dem Video trug.

Aber was ist denn jetzt los?

Natürlich stöberten die Leute auch in ihren alten Videos und so kam auch ein altes „Draw my life“ zutage, wo Marina kleine Bildchen skizzierte in denen sie wichtige Stationen in ihrem Leben abbildete. In einem davon erklärte sie, sie habe sich als Kind mal selbst geschadet. Die Details dazu spare ich mal aus, weil das nichts dazu beiträgt was ich hier klar machen möchte. Und ab da war zumindest für mich klar, was grade passiert.

 

Wenn man die Situation einmal zusammenfasst: Mädchen mit halbwegs Erfolg auf Youtube, hatte als Kind ein Selbstverletzungsproblem, beginnt ab einem bestimmten Zeitpunkt sich verunsichert zu verhalten. Postet eine Einladung zu einem Treffen um 6:30 morgens, postet vielleicht ein Video in dem sie sagt sie würde verfolgt und man dürfe nicht zu dem Treffen gehen. Sie klickt auf Like bei Twitternachrichten, die sie darum bitten auf Like zu klicken wenn sie in Gefahr ist. Die Mutter und die Polizei bestätigen aber, dass sie in Sicherheit ist.

Und wenn man daraus schließt, dass sie sich vielleicht tatsächlich zumindest zeitweise verfolgt und in Gefahr fühlt, dann ist der am nächsten liegende Schluss dass sie wohl ein medizinisches Problem hat.

 

Ich mein, es ist schlimm das ich das so sagen muss, aber:
Kein Entführer, kein Isis-Terrorist und kein gewaltbereiter Schlägerfreund würden auf die total beschmierte Idee kommen, das Mädchen Videos für Geld drehen zu lassen (zumal die Videos auch nicht monetarisiert sind und entsprechend nicht alle Geld abwerfen) mit Beweisen wie z.B. dem Aufenthaltsort, blauen Flecken, der Tageszeit. Isisterroristen brauchen keine abgefahrene Uhrzeit für Youtuber-Treffen um Leute in die Luft zu sprengen. Eltern würden ihre Kinder auch gar nicht zu so einem Treffen um 6:30 an einer U-Bahnstation gehen lassen. Ernsthaft.

 

Die Auflösung:

Befreundete Youtuber von ihr haben sich zu Wort gemeldet. Haben bestätigt, dass es Marina gut geht, haben sich darüber zurecht geärgert dass Menschen ihnen unterstellt haben, Teil irgendeiner Verschwörung zu sein oder ihr nicht zu helfen. Und offenbar gibt es sowohl Hilfe für sie, als auch Hilfsbedarf. Die Leute wissen wohl auch, um welche Art von Problem es sich handelt, mit dem Marina zu kämpfen hat, nur aus Respekt vor ihr hat niemand Details breitgetreten.

 

Fazit?

Das Internet ist ein riesiger Hive Mind. Und wenn irgendwo Gefahr gewittert wird, sind viele hilfsbereite Menschen da um etwas zu tun. Und wie auch außerhalb des Internets gibt es die, die aus der Situation Profit machen wollen, sowohl geldlich als auch mit „Fame“, also Berühmtheit. Es ist faszinierend und beängstigend zugleich zu sehen, welche Massen von Menschen sich allein durch ein paar Youtube-Videos und Twitternachrichten bewegen lassen. Und es ist schön dass viele den Wunsch haben, einer Person der es aus welchen Gründen auch immer grade nicht gut geht, zu helfen. Ich glaube auch nicht, dass das Ganze ein Publicity Stunt war. Bei einem solchen hätte sie sich auch vor die Kamera stellen können um mit Details nur so um sich zu werfen. Das ganze wirkt eher wie ein respektvoller Mantel des Schweigens, der um Marinas Gesundheit gelegt wurde. Und ich wünsche mir, dass erstens für sie alles gut wird und zweitens die Leute ihr genug Raum lassen, damit das passieren kann.

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[Debunked] Warum haben Katzen Angst vor Gurken?!

Warum haben Katzen eigentlich so unglaubliche Panik vor Gurken?
Da kann man zig Videos im Internet als Beweis heranziehen, dass da wohl irgendein gurkisches Hexenwerk am laufen ist, oder?

Naja. Gehtso. Schaffen wir mal Analogien und sehen, was passiert:

Meistens steckt die Katze grade mit dem Kopf im Futternapf und irgendein leise kichernder Schelm legt eine Schlangengurke neben die Katze, die sich dann umdreht und erschrocken aufspringt, weil Gurke.

Stelle man sich mal folgendes vor. Eine Frau sucht eifrig in ihrem Kleiderschrank nach einem Oberteil (wahlweise auch ein Mann im Werkzeugschrank nach einem Schraubendreher. Das ist Absicht, für die sexismuskreischenden Wirrköpfe… ) und widmet die gesamte Aufmerksamkeit dem Schrankinhalt. Und jetzt kommt jemand, und rollt einen hüfthohen Kürbis unbemerkt hinter sie. Die Chancen sind gar nicht mal so schlecht, dass wenn sich die Frau umdreht, sie sich vor dem fetten Kürbis erschreckt, weil sie keine Ahnung hat wie das Ding da hingekommen ist.

Und weil Katzen eben einen etwas wilderen Lifestyle haben als Menschen, in dessen Folge sie sich durchaus auch angreifen und verletzen, ist das nur natürlich, dass bei Katzen da die Alarmglocken angehen.

Loki übrigens schmust mit Gurken, oder frisst sie an. Das kann man nicht immer so gut unterscheiden…

Im Prinzip sind diese Gurken einfach nur doofe Jumpscares, die man Katzen unterjubelt.

Gojiernte 2013

Der Bocksdornbusch hat dieses Jahr trotz Mehltaubefall brav Beeren getragen.

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Waren es letztes Jahr noch ein paar wenige Beeren von wenigen 10 Gramm hat sich die Ausbeute dieses Jahr fast versechsfacht 😉 59 Gramm Beeren habe ich geerntet, der Rest bleibt hängen für wen auch immer, der sie haben will 🙂

Leider werde ich die Beeren nicht essen wollen,  weil meine Pflanzen dieses Jahr viele viele Behandlungen gegen Mehltau hinter sich haben und obwohl die alle relativ freundlich waren war da doch Chemie dran beteiligt.

Was also tun mit fast 60 Gramm Gojibeeren, wenn man sie nicht isst? Trocknen werde ich einen Großteil zu Deko- und Bastelzwecken. Und einen kleinen rest werde ich einpflanzen, mal schauen, obs klappt.

 

Der Herbst ist nun da und färbt langsam das Laub ein, ich habe begonnen, die Pflanzen in kleinen Töpfen in größere Gefäße umzutopfen, damit die Erde nicht durchfriert, weil ich nicht wie letzten Winter die ganze Küche voll mit Pflanzen stehen haben will 😉 das sah ja zeitweise aus wie im Dschungel, wenn man sich erinnert 😀

 

Pläne?

Weiterhin alles winterfest machen, Haken in die Balkonwände schrauben um eventuelle Wackelkandidaten festzubinden und hoffen, dass der Mehltau ausgestanden ist. Die Apfelbäumchen leiden jedenfalls noch.

Erfreulicheres ;)

So. Mal zur Abwechslung etwas erfreulicheres.

Ich hab nämlich zugeschlagen beim shoppen. Gnah *g*

 

anhaenger

Ich warte noch drauf dass die Kette ankommt aber ich fand die geilo, deshalb musste die sein. Auf dem Wunschzettel stehen noch neue Ballerinas und/oder schwarze Chucks, Gürtel und noch’n paar Oberteile und Hosen, die mir erst noch über den Weg laufen müssen.

Eine Sache ist allerdings noch frustrierender als doofe Leute, die ungefragt ihre Beurteilungen über andere Leute in den Raum gröhlen… Es gibt zuviele Löwenzahnsorten.

Jetzt hat sie ’nen Dachschaden, werdet ihr sagen. (Jetzt erst?) Aber nachdem ich eine Löwenzahnpflanze auf meinem Balkon mein Eigen nenne habe ich mich mal ein bisschen damit befasst. Ich wollte ja, sorgsam wie ich bin, nicht einfach irgendwas „Löwenzahn“ nennen nur um dann festzustellen dass es das nicht ist. Also flugs nach Wikipedia und Google gegangen, und festgestellt es gibt gewöhnlichen Löwenzahn (Taraxacum) und Löwenzahn (Leontodon).

Löwenzahn ist eine der Pflanzen, auf die sich Bienen gerne verirren, was meinem Projekt „Bienenweide“ ja zugute kommt. Mein Problem ist nur, dass es ungefähr 50 Leontodon-Arten gibt und dann noch jene hinzukommen, die dem Löwenzahn (c) ähnlich sehen, z.B. den Pippau, die Habichtskräuter, das Ferkelkraut, die Gänsedistel, und ohne Brille vielleicht noch der Huflattich. Da schwirrt einem der Kopf von und ich hab das erstmal wieder seingelassen, irgendwas auf meinem Balkon zu identifizieren. Die Welt war einfacher, als das alles „Pusteblumen“ waren. 😉

Dandelion heißt der Löwenzahn auf englisch, was vom französischen „dent de lion“ kommt, was wiederum 1 zu 1 übersetzt Zahn des Löwen heißt. Schön, wenn’s so einfach geht 😉 Auf Französisch heißt der Löwenzahn im Übrigen auch noch piss en lit, „pinkel ins Bett“. Ja, Löwenzahn ist harntreibend. 😉

 

Ich werd mich den Katern nun in Sachen Siesta anschließen.

Wildkraut

Bzw. wildes Kraut.

Jetzt habe ich seit Ewigkeiten ein unbenutztes Schalenkatzenklo ohne Deckel herumstehen. Katzenklo ohne Deckel ist blöd, speziell weil es ein kleines ist und meine beiden Rabauken doch eher groß sind und sich gerne… ausbreiten… *g*

Das Teil ist deshalb super, weil ich ein Beet haben wollte. Ein kleines, für total durcheinanderwuchernde Kräuter, vielleicht dürfen auch 1-2 Ameisen drin wohnen, auf jeden Fall kommen da nun in den Boden 5-6 Löcher gegen Staunässe rein, vielleicht eine Kiesschicht und dann Blumenerde obendrauf. Und dann darf’s wuchern. Hinein sollen Wildblumen, Kamille von mir aus, Klee, Gänseblümchen, Moos, Gras, all so ein Kram.

Als Kind hatte ich einen wilden Blumenkasten, in dem winzige Schnecken, Ameisen und sogar eine Raupe gewohnt haben. Das Biotop hat sich selbst erhalten. Und sowas schwebt mir wieder vor. Jede Pflanze, die bei mir wohnt, trägt dazu bei, dass CO2 abgebaut wird. In der Stadt kein so schlechtes Projekt, auch wenn die Bilanz vermutlich marginal ausfällt. Und vielleicht ergibt es sich, dass man die ein oder andere Pflanze aus dem Biotop auspflanzt und größer zieht. Könnte mir gefallen 🙂

(stellare) Schwarze Löcher….

Da die liebe Amala sich grade für Astrophysik interessiert und ich das Thema liebe hab ich das zum Anlass genommen, im Auftrag sozusagen einen kleinen Beitrag über schwarze Löcher zu verfassen. Los geht’s, und es wird eeeecht abgefahr’n 😉

Was man so als Ottonormalverbraucher über schwarze Löcher weiß ist:

Schwarze Löcher sitzen irgendwo im Weltraum und ziehen, wie ein Magnet, alles an, was grob in die Nähe kommt, und was einmal drin ist, kommt nie wieder raus.
Vielleicht kann man ja durch diese schwarzen Löcher hindurchreisen, irgendwie, und dann in anderen Universen landen oder in Paralleldimensionen, oder durchs Weltall reisen und die riesigen Strecken abkürzen… Wär schon cool, oder?

Naja so einfach ist das ganze nicht. Dass schwarze Löcher alles anziehen, stimmt allerdings schon.

Aber zuerst muss man einmal verstehen, warum schwarze Löcher so sind, wie sie sind.

Also zunächst ein bisschen Theorie zur Entstehung.

Denken wir uns mal einen Stern, so wie unsere Sonne. Nur muss dieser Stern größer und schwerer sein als unsere Sonne, weil das, was wir mit ihm vorhaben, sonst nicht funktioniert. Dieser Stern muss mindestens dreimal so schwer sein, wie unsere Sonne, man spricht dabei von drei Sonnenmassen.

Eine Sonnenmasse sind

1989000000000000000000000000000000 kg (30 Nullen, deshalb schreibt man das auch als 1989 x 10³° kg, spart man sich eine Menge Arbeit.)

Dieser Stern verbrennt also Wasserstoff und entwickelt dadurch Hitze und Licht, was wir ja auch auf unserer Erde erleben. Und wenn alles, was der Stern irgendwie verbrennen könnte verbrannt ist, grob gesagt, dann explodiert er in einer Supernova. Um ein schwarzes Loch zu werden muss er nur noch eine Hürde nehmen, und zwar muss er zum Zeitpunkt der Explosion noch mindestens 2,5 Sonnenmassen haben. Man sieht also, je leichter ein Stern ist desto knapper wird das mit den Bedingungen. Bei der Supernova geht eine Menge Masse verloren und wird ins Weltall geblasen.

Jetzt kommt der wichtige Moment, bei dem man genau hinschauen muss.

Explodiert so ein Stern, wird die äußere Hülle zwar weggesprengt, aber der Teil, der übrig bleibt, wird zusammengepresst – komprimiert. Und weil sehr viel Masse auf sehr kleinen Raum zusammengepresst wird, entsteht ein schwarzes Loch. Tadaaa!

[Pausetaste]

Ok das war’s noch nicht. Wäre ja auch zu einfach.

Ein schwarzes Loch ist jetzt kein Loch im klassischen Sinn, wie ein Loch im Stoff oder ein Loch in einem Blatt Papier. Der Punkt ist das Gewicht, das ein jeder Körper hat.

Kleiner-großer Exkurs zur Gravitation und was sie macht:

Hier mal eine anschauliche Grafik:

Image

Hier sieht man einen Planeten auf einer Art Gitter. Das Gitter ist eine Verdeutlichung des Raumes um den Planeten herum. Und eigentlich hinkt dieser Gittervergleich auch ein bisschen weil er zu zweidimensional ist, aber das ignorieren wir mal. Ein Objekt, das ein Gewicht hat, übt Anziehungskräfte aus. Die Anziehungskraft hierbei heißt Gravitation, Schwerkraft, und geht von jedem Objekt aus. Wirklich jedem. Betrachten wir auf dem Bild den Planeten und den Satelliten der danebenschwebt, so zieht der Planet den Satelliten genauso stark an wie der Satellit den Planeten. Das muss man ein paar mal lesen, vielleicht legt man sich auch mal eine Mandarine auf einen Globus, um das haptisch nachzuvollziehen, denn das ist ganz schön abstrakt. Eine Feder, die sehr leicht ist, zieht nämlich auch an der Erde. Genauso wie die Erde an der Feder zieht. (Dass eine Feder echt langsam zu Boden schwebt liegt am Luftwiderstand.)
Was diese Grafik verdeutlichen will ist, dass Masse den Raum krümmt. Ich weiß, das klingt wie irgendwas mit Klingonen. Aber das ist die Natur der Gravitation. Sie krümmt den Raum. Und was das soll oder warum genau das so ist, kann man nicht so richtig befriedigend sagen. Man kann nur die Effekte beobachten und Rückschlüsse ziehen, die sich dann mathematisch bestätigen lassen.

Wie hat man das mit der Gravitation rausgefunden?

Mit Licht. Licht nimmt immer den kürzesten Weg vom Absender in unser Auge. Das ganze heißt Gravitationslinseneffekt und sieht so aus:

Image

Auf der linken Seite, der mittlere gelbe Punkt ist irgendein Stern, der vor sich hin leuchtet.
In der Mitte des Bildes das Objekt mit großer Masse, sagen wir mal, ein schwarzes Loch.

Und rechts die Erde, auf der wir stehen und von der aus wir uns das Objekt ganz links anschauen wollen.

Man sollte ja meinen, dass man das Objekt links nicht sehen kann, weil dieses massereiche Ding da direkt in der Sichtlinie steht. Jetzt ist es aber so, dass man’s trotzdem sehen kann. Komisch, oder? Das linke Objekt erscheint, je nach dem wo man an dem massereichen Objekt dran vorbeischaut zur einen oder anderen Seite verschoben, oder besser gesagt teilt sich das Licht um eine Art Kreis um den massereichen Brocken in der Mitte zu bilden. Hier mal als Animation:

Image

(draufklicken, dann bewegt sich was!)

(Wenn man mag, kann man den folgenden Absatz überspringen:  )

Jetzt müsste man ja annehmen, dass das massereiche schwarze Loch z.B. die Lichtteilchen anzieht und dadurch ablenkt. Diese Photonen. Wir haben ja grade gelernt, dass Massen andere Massen anziehen und wenn da ein Strahl Photonen durchs Weltall fliegt, dann werden die Teilchen angezogen. Denkste. Man MUSS quasi annehmen, dass der Raum durch die Masse gekrümmt wird. Und jetzt wirds nämlich eklig: Photonen haben nämlich keine Masse. Und wenn etwas keine Masse hat, dann kann die Gravitation es garnicht anziehen. Man kommt um die Raumkrümmung also nicht drum herum.

Ich glaube, das ist erstmal gut für einen Abend 😉 später gibt’s mehr ^^

Tomaten

 

Sieht gut aus, oder? ^^

Das ist unsere erste Tomate aus eigenem Anbau. Heute sind außerdem von Rühlemann’s ein Baldrian und eine Gojibeere eingezogen.

 

Kleine Balkoninventur:

2 Cranberry-Pflänzchen
1 Gojibeere
1 Baldrian
1 Cypresse
1 Lorbeer
1 Johanniskraut
1 Katzenminze
1 Salbei
1 Thymian
1 Tomatenpflanze
1 Ysop
1 Lavendel
1 Stevia
1 Eberraute
1 Harfenstrauch (Plectranthus, verkaufen sie als „Weihrauch“, hat aber mit Olibanum nichts zu tun. Die Blätter riechen nur stark rauchig)
1 Aloe Vera (drinnen. Draußen hat ihr nicht gefallen.)

Puh, das ist doch schonmal ne Ausbeute 😉 Zumindest Tomaten sollen noch einige dazukommen, aus den Samen der vorhandenen Früchte. Kann man einfach etwas saubertupfen, trocknen und dann in die Erde stecken. Und nun begebe ich mich auf die Jagd nach neuen Blumenkästen und Töpfen. Die, die hier am Balkon hingen waren nix mehr. Brrrr…. 😉