Rauchkram Pt. II

Heute hat mich die Kreativität gepackt, sodass ich meine Räucherzutaten herausgekramt habe um eine Mischung herzustellen.

Erster Versuch:

1 Teil Mandarinenschale

1 Teil Zimt

1 /2 Teil Copal Manila hell

1/2 Teil Hibiskusblüten

Wichtig ist bei dieser Mischung, dass sie keinen direkten Kontakt mit der Räucherkohle hat, weil Mandarinenschalen dazu neigen fies zu stinken, wenn man sie verräuchert. Also etwas Silberfolie auf das Kohlestück legen und los kanns gehen. An der puren Mischung gefällt mir dass das Harz und die Hibiskusblüten nur unterschwellig durchkommen. Zimt macht das ganze ziemlich würzig und ich empfehle die Mischung für schmuddelige Herbstabende. Viel Spaß 🙂

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Rauchkram pt. 1

Weil die Frage aufkam, widme ich dem Thema nun 2-3 Blogeinträge in unregelmäßigen Abständen.

Ich räuchere nun schon seit… Bestimmt gut 5-6 Jahren und habe zwar keine Unmengen an Produkten ausprobiert, aber zumindest ein paar Erfahrungen kann ich teilen.

Bevor es also mit dem Räuchern losgeht, sollte man sich ein paar Gedanken im Voraus machen. Warum will ich räuchern? Was will ich räuchern? Kann ich eventuell den ein oder anderen Geruch garnicht abhaben? Störe ich eventuell Familienmitglieder oder Mitbewohner mit meinem Rauchkram? Wurde mir das ein oder andere mal empfohlen? Was räuchern Bekannte? (Und können die eine spezielle Mischung oder Firma empfehlen?) Muss ich unbedingt räuchern oder wäre eine Duftlampe mit Öl oder einfach ein Kissen mit Kräutern verträglicher? Vertragen meine Haustiere das?

Materialkunde und Schleichwerbung

In Frankreich habe ich mir häufig die Räucherstäbchen von Nature et Decouvertes geholt. Die rochen sowohl in der Verpackung als auch beim abbrennen ziemlich stimmig und angenehm. Jetzt ist aber nicht jeder mal eben so schnipp – in Frankreich, und die Räucherstäbchen dort waren jetzt auch eher auf Wellness ausgelegt anstatt nur eine Pflanzenduftrichtung zu vertreten. In Deutschland bin ich nun ein Fan von den Holy Smokes, die bekommt man z.B. In der Mayerschen Buchhandlung oder im Interwebz. Schwieriger ist da schon die Alternative, „richtige“ kräuter zu verräuchern.
Dazu braucht man z.B Räucherkohle. Kohletabletten, die oben drauf so eine Mulde haben wo man die Kräutermischung reinlegen kann. Zuallererat, also bevor man die Kräuter auf die Kohle legt, muss man ebendiese anzünden und einmal durchglühen lassen. Diese Dinger werden schweineheiß, also am besten hat man auch gleich eine Kohlenzange parat, mit der man die Kohle zum anzünden festhält. Nach ausgiebigem Feuerkontakt wird die Kohle knistern und Funken sprühen, nicht erschrecken! Und irgendwann bildet sich eine graue Ascheschicht um die Kohle. Fertig! Naja, fast, denn man muss diese Kohle nun in ein mit Sand gefülltes flaches Gefäß oder auf einen kleinen Teller mit Sand geben. Sand, weil der die Wärme ableitet und einem damit nicht die unterlage wegschmilzt/brennt/platzt.
Und dann kann man das Räuchergut auf die Kohle geben und hoffen, dass das ganze nicht fürchterlich stinkt.
Wenns doch stinkt? Dann ist das Räuchergut wohl zu schnell verkohlt, nächstes mal die Kohle etwas mehr abkühlen lassen.
Achja und man darf sich von dem Gedanken verabschieden, dass das ganze eine reine, klare, pure Duftnote hat wie industrielle Räucherstäbchen oder Raumparfum. Das ganze riecht in der Regel natürlich -auch- nach Verbrennung.
Am einfachsten zu verräuchern fand ich im Übrigen Weihrauchharz. Hat angenehm gerochen und es gab keine Schwierigkeiten mit der Temperatur und nichts ist verkokelt.

Qualitätsgefälle und Unverträglichkeit

Es gibt bei Räucherstäbchen und Kegeln solche und solche, klar. Und tut euch selbst den gefallen und macht, sobald ihr von einem Produkt Kopfweh oder andere unangenehme Symptome bekommt, das Ding aus und entsorgt es. Es hat keinen Sinn, sich Rauch auszusetzen, der einem nicht gut tut. Und da ist es egal, warum der Rauch einem misfällt, durch Husten und Kopfweh zeigt der Körper einem sehr deutlich, dass das nicht das richtige war.
Ja, es gibt eine Menge Scheiß zu kaufen. Und nein, ein teurer Preis schützt einen nicht vor dieser Falle. Dazu kommt noch, dass man auch persönliche Unverträglichleiten haben kann, die einen reagieren lassen.
Und so ist das ganze eine Erfahrungssache, eine Reise auf die man sich begibt, und auch begeben sollte. Man lernt nichtnur die verschiedenen Pflanzen und Stoffe kennen sondern auch sich selbst, den eigenen Körper, die eigenen Reaktionen. Es ist wichtig, beim Räuchern genau hinzu“hören“, wie der Körper reagiert, um seine eigene Aufmerksamkeit sich selbst gegenüber zu schulen, undum im Zweifelsfall zu erkennen, was einem schadet oder nützt.

Rezepte – woher nehmen?

Weil ich jetzt grade nur an meinem iPad sitze und ich meinen Pc nicht in Deutschland habe, kann ich nur ganz grob ein paar Ideen zu Rezepten liefern. Das coole Zeug gammelt wie immer auf der Festplatte 😉
Am besten ist, man fragt Bekannte nach deren Erfahrungen. Gut, eventuell erweist sich das als schwierig wenn man weit und breit die einzige Kräuterhexe in spe ist. Aber einfach mal in Foren oder Blogs oder Tante Google suchen und sich dort belesen ist eine echt gute Alternative. Scheut euch nicht davor, btw, die gleichen Themen mehrmals zu lesen. Kann sein, dass euch dabei verschiedene Herangehensweisen begegnen, die euch wiederum zu Neuem inspirieren. Jeder Jeck ist anders, daher wird man häufig ähnliche Rezepte, aber, mit kleinen Abweichungen je nach Gusto finden. Man darf ruhig kreativ sein oder auch mal total verrücktes zusammenmischen, von dem man eigentlich denken würde dass das garnicht passt. Man kann machen, was man will 🙂

So das war jetzt der Anfang meiner kleinen Reihe, die ich hier in unregelmäßigen Abständen weiterführen werde.

Wer mehr lesen will, zum generellen Verständnis von Pflanzen und um sich auf die Arbeit ,it ihnen einzustimmen, dem empfehle ich grob „Kräuterkunde“ von Wolf-Dieter Storl zu lesen. Hat zumindest mich ein bisschen inspiriert, das Grünkraut da draußen aus anderen Perspektiven zu betrachten 🙂

Lg