3 vorgegebene Sätze…

Gestern, Vertretungsstunde in Deutsch. Kreative Aufgabe. Ein vorgegebener Satz (fett gekennzeichnet), 10 Minuten schreiben, wieder ein vorgegebener Satz, wieder 10 Minuten schreiben, ein dritter Satz, 5 Minuten schreiben, fertig. Mein Ergebnis:

Als ich gestern aufwachte, war ich noch ganz müde. Das könnte daran gelegen haben, dass ich wieder diesen Alptraum von den Wikingern mit den Schwimmflügeln gehabt hatte. Beim ersten Mal hatte mich das noch erschreckt, war ich damals noch der festen Überzeugung gewesen, man könne anhand von Träumen so eine Art psychologisches Profil erstellen. Später jedoch, nach eingehender Beschäftigung mit dem Thema Träume hatte ich das luzide Träumen für mich entdeckt, das bewusste Lenken der eigenen Traumhandlungen. Ich hatte geträumt, mich in einem Wettstreit um den Häuptlingstitel garnicht so schlecht geschlagen zu haben, musste aber mit Besorgnis feststellen, dass luzides Träumen und Schlafwandeln „mal so gar nicht gehen“, wie meine Freundin das ausdrücken würde. Hunger. Auf dem Weg in die Küche pflückte ich eine Boxershort vom Ikea-Kronleuchter im Flur. Blieb zu hoffen, dass ich kein nächtliches Festmahl veranstaltet hatte, um meinen Sieg gebührend zu feiern. Das Hackmesser steckte zumindest im Melonenkopf von Harald Schönhaar. Plötzlich hörte ich einen lauten Schrei. Hatte ich Besuch? Mir einen Brotkanten in den Mund steckend bahnte ich mir meinen Weg ins Wohnzimmer, wo meine Freundin in Unterwäsche auf der gebrauchten Ledercouch stand, sich wie ein Frettchen in der Falle umsehend. „Morn!“ raunte ich, die Lautstärke des Geschreis missbilligend. Sie stammelte irgend etwas von Zustand, Krach, bunten Pillen und dass ich wohl einen „an der Schacke“ haben müsste. Gut, dachte ich, es ist mit Besuch wohl nur semi-ideal, seine persönliche Spiritualität auszuleben. Hätte ich eine Toga gehabt, hätte ich sie beleidigt gegriffen, während ich ins Bad schritt. „Tussis…“ fügte ich in Gedanken meinem Kopfschütteln hinzu. Ich übergab mich an Ort und Stelle. Sicherlich, nicht besonders würdevoll, aber am Besten kommt man mit bewusstseinsverändernden Hilfsmitteln in Trance, da nimmt man schonmal einen Kater in Kauf… Was schauen Sie denn so? SIE haben doch GEFRAGT, was ich am Tag vor meiner Einlieferung in der Wohnung meiner Freundin gemacht habe!?!“

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